ScenarioAssistant erlaubt es, die gesamte Linienorganisation eines Unternehmens in Form einer Baumstruktur abzuspeichern. Die einzelnen Bestandteile dieser Linienorganisation heißen Linienressourcen. Ressourcen können auch Maschinen, Geräte oder Räume sein. Es können beliebig viele Ressourcen in ScenarioAssistant definiert werden.
Der strukturelle Zusammenhang zwischen zwei Ressourcen wird dadurch ausgedrückt, dass zu jeder angegeben werden muss, welche ihre Vater-Ressource ist, zu der sie gehört. Eine solche hierarchisch höher stehende Ressource heißt Verdichtungsressource. So entsteht eine Baumstruktur, die die gesamte Aufbauorganisation eines Unternehmens mit ihren Ressorts, Bereichen und Abteilungen bis zu den einzelnen Mitarbeitern abbildet.
Zur Verankerung des Ressourcenbaumes existiert eine ausgezeichnete Ressource mit der Bezeichnung ROOT, die als einzige keine Verdichtungsressource besitzt.
Alle Ressourcen, die nicht Verdichtungsressourcen sind, heißen Elementarressourcen. Es sind die Elementarressourcen, die die wesentlichen planungsrelevanten Informationen tragen. Diese Informationen werden von ScenarioAssistant automatisch auf alle Ebenen des Baumes verdichtet.
In einem Unternehmen werden oft Tätigkeiten durch Arbeits- oder Projektgruppen abgewickelt, die sich "quer" zur Linienorganisation zusammensetzen. Auch diese projektgruppenorientierte Aufbauorganisation kann in ScenarioAssistant abgebildet werden. Zur Abgrenzung der beiden Strukturen heißt der Baum der Linienorganisation permanenter Ressourcenbaum, während der der Projektorganisation temporärer Ressourcenbaum heißt. Dementsprechend werden ihre Elemente permanente bzw. temporäre Ressourcen genannt.

Schema eines permanenten Ressourcenbaums
Der temporäre Ressourcenbaum wird im Prinzip auf die gleiche Art und Weise definiert wie der permanente. Der Unterschied besteht darin, dass für die elementaren Ressourcen dieses Baumes keine Verfügbarkeit angegeben werden kann. Diese wird durch Delegation von Verfügbarkeit der permanenten Ressourcen definiert. Kapazitätsliefernde, permanente Ressourcen heißen Lieferressourcen.
Um permanente von temporären Ressourcen zu unterscheiden, enthält die Identifikation neben dem Ressourcen-Namen den so genannten Ressourcen-Typ, der entweder den Wert P (Permanent) oder den Wert T (Temporär) annimmt.
Die wesentlichen planungsrelevanten Daten für eine Ressource sind
Nicht planungsrelevanten Daten:
Der individuelle Ressourcenkalender basiert auf einem Standortkalender, der aufgrund des Arbeitsvertrages für die Ressource gültig ist. Der Ressourcenkalender enthält analog zum Standortkalender Tageseinträge für individuelle Arbeits- und Freitage der Ressource. Die Tageseinträge des Ressourcenkalenders überschreiben dabei die Tageseinträge des Standortkalenders. Das heißt, dass ein Tageseintrag im Ressourcenkalender für ein bestimmtes Datum einen Tageseintrag des Standortkalenders für denselben Tag außer Kraft setzt. Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass für eine Ressource an einem laut Standortkalender freien Tag ein Arbeitstag definiert wird. Insbesondere für Terminfertigung und nicht ersetzbare Schlüsselressourcen ist das von hoher Bedeutung.
Die Grundbelastung reduziert die für Projekte zur Verfügung stehende verplanbare Kapazität einer Ressource. Sie wird als Prozentwert vorgegeben. Außerdem sind beliebig viele Einlaufdaten definierbar. Auf diese Weise kann zum Beispiel jeden Monat eine andere Grundbelastung für eine Ressource gültig sein - je nach Geschäftssituation. Grundbelastungen werden für Aufgaben eingesetzt, für die es einen zu hohen Overhead bedeuten würde, wenn man sie im Planungssystem als Projektaufgabe erfassen würde. Sie sind ein unverzichtbares Instrument zur Effizienzsteigerung bei der Projektierung.
Zu jeder Ressource können beliebig viele Ausweichressourcen angegeben werden. Eine kapazitätstreue Einsatzplanung kann mit Hilfe der Ausweichressourcen u.U. die Terminverschiebung eines Vorgangs vermeiden, sofern eine der Ausweichressourcen ausreichende (Rest-)Kapazität zum erforderlichen Zeitpunkt hat. Sie sind ein unverzichtbares Instrument zur Generierung wirklichkeitsnaher Planprognosen.
Zu jeder temporären Ressource muss mindestens eine Lieferressource definiert sein. Temporäre Ressourcen sind virtuelle Ressourcen, also keine natürlichen Personen oder Maschinen. Folglich haben sie selbst keine Kapazität zur Verrichtung von Tätigkeiten. Diese erhalten sie erst und ausschließlich durch Delegation von Kapazität einer oder mehrerer Ressourcen aus der Linienorganisation. Eine Delegation oder auch Abordnung besteht aus einem Zeitintervall und einem Prozentwert. Der Prozentwert reduziert analog zur Grundbelastung die für Projekte zur Verfügung stehende verplanbare Kapazität der liefernden Ressource. Temporäre Ressourcen sind ein unverzichtbares Instrument zur Abbildung von Projektorganisationen bei der Zusammenstellung von Projekt-Teams.
Bei der Kapazität einer Ressource werden Brutto- und Nettokapazität unterschieden. Die Bruttokapazität einer Linienressource bezeichnet die im Arbeitsvertrag geregelte tägliche Anwesenheit einer Ressource pro Werktag in Minuten. Bei einer Vollzeitkraft sind das meist 480 Minuten, eine Teilzeitkraft könnte zum Beispiel eine Bruttokapazität von 240 Minuten (50%) haben. Bei Maschinen handelt es sich entsprechend um die Einschaltzeiten. Die Bruttokapazität einer temporären Ressource ist durch ihre Kapazität, die sie durch Abordnungen erhalten hat, gegeben.
Die Bruttokapazität ist aber nicht die für Projekte zur Verfügung stehende verplanbare Kapazität der Ressource. ScenarioAssistant definiert daher den Begriff Nettokapazität durch die Regeln
für permanente Ressourcen und
für temporäre Ressourcen.