Projektdaten sind alle Daten, die sämtliche in einem Projekt auszuführenden Tätigkeiten beschreiben. Tätigkeiten sind in ScenarioAssistant hierarchisch organisiert und werden als Vorgänge bezeichnet.
Vorgänge eines Projektes werden nach inhaltlichen Gesichtspunkten zu Netzen zusammengefasst. Netze sind also Container für Vorgänge und werden oft auch Sammelvorgänge genannt. Im einfachsten Fall besteht ein Projekt aus einem Netz mit einem Vorgang. Ein Netz kann beliebig viele Vorgänge haben.
Analog zu Ressourcen in Ressourcenbäumen können in ScenarioAssistant Netze mehrstufig geschachtelt werden. Dies wird durch einen Verweis eines Vorgangs auf ein anderes Netz erreicht. Dadurch wird eine Hierarchie zwischen zwei Netzen erzeugt. Das Netz, von dem der Verweis ausgeht, heißt Obernetz. Das Netz, auf das verwiesen wird, heißt Unternetz. Der Vorgang, der den Verweis auf das Unternetz trägt, heißt detaillierter Vorgang. Ein detaillierter Vorgang kann auf maximal ein Unternetz verweisen. Umgekehrt kann ein Unternetz maximal ein Obernetz haben. Das Herstellen einer Hierarchie zwischen zwei Netzen nennt man in ScenarioAssistant Netzschachtelung, die durch eine fortgesetzte Netzschachtelung entstehende Baumstruktur heißt Projektstrukturbaum.
Bei der Planung werden alle Daten eines detaillierten Vorgangs durch die Daten seines Unternetzes ersetzt. Der detaillierte Vorgang ist also nur noch ein Platzhalter in seinem Netz für die Daten des Unternetzes.
Die Netzschachtelung kann in ScenarioAssistant beliebig tief vorgenommen werden. Die Elemente des Projektstrukturbaums sind also Vorgangsnetze. Die Teilbäume eines Projektstrukturbaums beschreiben Teilprojekte. Jeder Teilbaum enthält nach der Planung die verdichteten Daten seines Teilprojektes.

Projektstrukturbaum
Das hierarchisch höchste Netz im Projektstrukturbaum heißt Primärnetz. Es wird von keinem anderen Netz des Projektes aus über einen detaillierten Vorgang referenziert. Jedes Projekt in ScenarioAssistant besteht mindestens aus seinem Primärnetz. Seine verdichteten Vorgabedaten sind gleichzeitig die des gesamten Projektes.
Existierende Projekte können außerdem zu Projektaggregaten zusammengefasst werden. Dies geschieht, indem ein detaillierter Vorgang eines Projektes auf das Primärnetz eines anderen Projektes verweist. Damit wird das referenzierte Projekt zu einem Teilprojekt des referenzierenden Projektes. Die Aggregierung von Projektstrukturbäumen ist, analog zur Detaillierung, über beliebig viele Stufen möglich.
Die Gesichtspunkte, die zur Zusammenfassung von Vorgängen zu Netzen führen, sind oft durch die strukturellen Eigenschaften eines Produktes gegeben, das im Rahmen eines Projektes zu fertigen oder entwickeln ist. Ein Produkt kann eine Ware, Dienst- oder Ingenieursleistung sein. Entscheidend aus der Sicht der Projektierung ist lediglich, dass zur Erzeugung des Produktes Vorgänge in einer definierten Reihenfolge abzuarbeiten sind, und dass gewisse Teilprodukte gefertigt sein müssen, bevor die Montage des Endproduktes erfolgen kann. Genau das modelliert der Projektstrukturbaum.
In diesem Sinne können Netze als Bauteile bzw. Projektstrukturbäume als Stücklisten aufgefasst werden. Detaillierte Vorgänge sind dann Verknüpfungen zu Baukastenstücklisten-Positionen, nicht detaillierte Vorgänge entsprechen den Tätigkeiten des Analyseprozesses (Konstruktion) oder des Montageprozesses (Fertigung).
Diese Betrachtungsweise wird in ScenarioAssistant voll
unterstützt:
Selbstverständlich können die Projekte auch nach allen anderen Strukturierungs-Schemata aufgebaut werden, zum Beispiel nach dem Phasenmodell.
Es können beliebig viele Vorgänge in einem Netz, beliebig viele Netze in einem Projekt und beliebig viele Projekte im System ScenarioAssistant definiert werden. Die Identifikation ist hierarchisch aufgebaut:
Die planungsrelevanten Daten eines Projektes befinden sich im Wesentlichen in den Netz- und Vorgangsbasisdaten. Es handelt sich dabei um die Angabe von
Die Projektbasisdaten enthalten außer der Projektpriorität (für kapazitätstreue Einsatzplanung) nur nicht planungsrelevante Daten.
Zeitliche Abstandsrelationen zwischen zwei Vorgängen werden in ScenarioAssistant Verknüpfungen genannt. Sie verknüpfen Vorgänge innerhalb von Projektaggregaten, die als Tätigkeiten einen Anfangstermin sowie einen Endtermin haben und folglich als Strecken auf der Zeitachse darstellbar sind. In ScenarioAssistant sind Verknüpfungen Minimal- und Maximalabständen möglich. Zeitliche Überlappungen sind leicht mit Hilfe negativer Minimalabstände modellierbar. Im Übrigen werden die gängigen Verknüpfungstypen
zwischen zwei Vorgängen unterstützt.

Abstandsrelationen
Vielfach werden einzelne Tätigkeiten oder ganze Teilprojekte extern vergeben, da es günstiger sein kann, Produkte oder Dienstleistungen zuzukaufen, anstatt sie selbst zu erzeugen. Solche Tätigkeiten verursachen bei der eigenen Belegschaft keinen Aufwand. Zur Steuerung des Gesamtprojektes sind jedoch ihre Liefertermine zu überwachen, denn andere Vorgänge könnten davon über Verknüpfungen beeinflusst werden. In ScenarioAssistant heißen Vorgänge ohne internen Aufwand Beschaffungsvorgänge. Sie werden als solche gekennzeichnet. Entweder man weist ihnen explizit eine Dauer in Tagen zu oder definiert diese über die Angabe eines Anfangs- und Endtermins.
Im Gegensatz zu Beschaffungsvorgängen werden Tätigkeiten, die bei der eigenen Belegschaft Aufwand verursachen, Produktionsvorgänge genannt. Produktionsvorgänge haben daher eine Liste mit beliebig vielen ausführenden Ressourcen. Das können permanente oder temporäre Ressourcen sein. Bei jeder Ressource der Liste wird der Aufwand eingetragen, der von ihr zu erbringen ist. Der Aufwand kann in einer der Einheiten
vorgegeben werden. Im Falle der Einheit Arbeitstag wird mit Hilfe des Standortkalenders der Ressource ermittelt, aus wie vielen Stunden ein Arbeitstag besteht. Des Weiteren legt der Parameter Einsatz fest, mit wie viel Prozent an ihrer täglichen Verfügbarkeit die Ressource an dem Vorgang arbeiten darf.
Ein spezieller Vorgangstyp sind die so genannten Hängemattenvorgänge. Es sind Vorgänge, deren Anfang durch eine AA-Verknüpfung mit einem beliebigen Vorgang und deren Ende durch eine EE-Verknüpfung mit einem anderen, später endenden Vorgang ihres Projektes synchronisiert sind. Ein Hängemattenvorgang kann aber auch mit nur einem Vorgang synchronisiert sein. Hängemattenvorgänge sind in diesem Sinne Begleitvorgänge zu einem Vorgang bzw. einer Vorgangsfolge. Ihre Dauer wird durch die Dauer des Projektabschnitts bestimmt, den sie begleiten. Ein Hängemattenvorgang wird durch den Hängemattenindikator in den Vorgangsbasisdaten gekennzeichnet und ist nur dann korrekt definiert, wenn seine zugehörigen AA- und EE-Verknüpfungen zur zugehörigen Vorgangsfolge korrekt definiert sind. Hängemattenvorgänge werden zum Beispiel zur Modellierung von Wartungs- oder Prozessbetreuungsarbeiten verwendet.
Aus Sicht der Planungsverfahren ist es der Idealfall, wenn bei den Vorgängen keine Termine vorgegeben werden. Diese schränken die Freiheitsgrade der Verfahren bei der Bestimmung der (optimalen) Terminlage ein. Natürlich ist es in der Realität häufig erforderlich Termine vorzugeben. ScenarioAssistant unterscheidet für Anfangs- und Endtermine die Verbindlichkeiten
Ein Vorgang mit einer Terminverbindlichkeit Fix wird auch Meilenstein genannt. Meilensteine dürfen in ScenarioAssistant gewöhnliche Produktionsvorgänge sein, also Aufwand haben. Die Planungsverfahren versuchen zuerst die Fixtermine und danach die Wunschtermine einzuhalten, falls dies widerspruchsfrei möglich ist. Widerspruchsfrei heißt in dem Zusammenhang, dass durch die Einhaltung von Benutzervorgaben keine Realitätsverzerrungen in der Simulation eintreten dürfen. Es wäre zum Beispiel eine Realitätsverzerrung, wenn die Simulation einen Fix-Anfangstermin eines nicht begonnenen Vorgangs akzeptieren würde, der in der Vergangenheit liegt. Dies ist mit der Realität nicht vereinbar! Die Termine von begonnenen und beendeten Vorgängen werden folglich immer eingehalten. Auch Netze können Terminverbindlichkeit haben. Diese Termine bilden einen zeitlichen Rahmen für die darin enthaltenen Vorgänge.
Prioritäten legen die Einlastungsreihenfolge für Vorgänge während einer kapazitätstreuen Einsatzplanung fest. Sowohl Netze als auch Vorgänge erhalten eine Prioritätskennzahl größer gleich 1. Der Wert 1 ist dabei die niedrigste Priorität. Je höher die Priorität ist, desto früher kommt ein Vorgang zur Einlastung. Eine frühe Einlastung während einer Einsatzplanung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vorgang termingerecht abgewickelt werden kann, drastisch. Der Grund dafür ist einfach: Zu einem frühen Zeitpunkt der Einlastung sind die ausführenden Ressourcen noch nicht so stark belastet wie zu einem späteren Zeitpunkt. Folglich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihre Kapazität für eine termingerechte Abwicklung ausreicht.
Durch die Terminplanung erhalten die Vorgänge einen Plan-Anfangs- und -Endtermin. Bei einer kapazitätstreuen Einsatzplanung muss der Endtermin i.d.R. in die Zukunft geschoben werden, da Überlastungen auftreten können. Die ursprüngliche Terminplanungs-Dauer des Vorgangs wird also gedehnt. Durch die Vorgabe der maximal zulässigen Dehnung in Prozent kann eine Schwelle definiert werden, ab der eine unzulässige Überdehnung festgestellt wird. Die Einsatzplanung versucht dann, den Vorgang an einer anderen Stelle auf der Zeitachse einzulasten.
Zusätzlich zu den Einsatzkennzahlen, die bei jeder Ressource angegeben werden müssen, kann eine Kennzahl für den maximalen Einsatz auf Vorgangsebene zugewiesen werden. Die Einsatzkennzahl x des Vorgangs wird als Faktor x/100 mit jeder einzelnen Ressourcen-Einsatzkennzahl multipliziert, sofern in der Terminplanung die Option "Maximaleinsatz nutzen" aktiviert ist. Hat zum Beispiel eine Vorgangsressource den Einsatz 50% und ist der Maximaleinsatz des Vorgangs ebenfalls 50%, so arbeitet die Vorgangsressource mit 25% ihrer täglichen Arbeitszeit an dem Vorgang. Der Maximaleinsatz ist also ein globaler Leistungsfaktor des Vorgangs, um zum Beispiel Phasen der Mehr- oder Minderarbeit an Vorgängen, Netzen oder ganzen Projekten zu modellieren.